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7. April 2021, 15:20 Uhr
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Erstes Norder Bürgertestzentrum nimmt Betrieb auf

Alle negativ: Rund 50 Bürgertests führte Antje Stötzel am ersten Betriebstag des Norddeicher Schnelltestzentrums durch.

Alle negativ: Rund 50 Bürgertests führte Antje Stötzel am ersten Betriebstag des Norddeicher Schnelltestzentrums durch. © Ahrends lis

Der Weg bis zum Impfzentrum in Georgsheil ist der 85-jährigen Ingeburg Stroth eindeutig zu weit, deshalb ist sie bislang noch nicht geimpft. Doch die paar Schritte von ihrem Haus zum ersten Norder Testzentrum im Sozialwerk Nazareth in Norddeich legt die Seniorin gern zurück – und das auch noch zu Fuß. „Das ist ja gleich um die Ecke und ich war heute Morgen gleich die Zweite, die getestet wurde“, sagte die Rentnerin am Dienstag und freute sich, dass ihr Ergebnis beim kostenlosen Bürgerschnelltest negativ ausgefallen ist.

Den einzigen Weg, um in der Zwischenzeit, bis ausreichend Menschen geimpft sind, aus dem Lockdown herauszufinden, sieht der Geschäftsführer des Sozialwerks Nazareth, Dr. Martin Stötzel, in regelmäßigen Schnelltests. „Wir brauchen eine Teststrategie“, forderte er gestern im Kurier-Gespräch. Man wolle als Dienstleister in Norddeich seinen Teil dazu beitragen, damit die Stadt und damit auch Norddeich eine Öffnungsperspektive bekomme. „Früher oder später brauchen wir eine solche Öffnungsstrategie, auch um die Wirtschaft wieder in Gang zu bekommen.“

Warum also nicht das Know-how nutzen, das im Sozialwerk vorhanden ist und Tests anbieten, dachte sich der Geschäftsführer. Und dass der Bedarf vorhanden ist, zeigte sich gleich am ersten Tag. Bei rund 50 Testwilligen nahm Antje Stötzel gestern einen Abstrich. „Alle waren negativ“, lautete nach mehr als vier Stunden die positive Bilanz des ersten Tages. Allerdings hatte die Apothekerin auch festgestellt, dass der Bedarf an Schnelltests absolut gegeben ist. „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass es gleich zu Beginn so viele sein würden“, sagte Antje Stötzel, die diese Woche eigentlich zur Einarbeitung weiterer Mitarbeiter hatte nutzen wollen. Gestern schon fiel nun die Entscheidung, die Kapazitäten weiter auszubauen und nicht nur vormittags von 10 bis 12 Uhr, sondern von heute bis Freitag auch nachmittags von 15 bis 17 Uhr weitere Bürgertests anzubieten. In der kommenden Woche sollen die Tests von Montag bis Freitag zwischen 10 und 14 Uhr angeboten werden. „Danach schauen wir, wie der Bedarf ist“, sagte Martin Stötzel. Denn jedem Bürger und jeder Bürgerin steht mindestens einmal pro Woche ein kostenloser Test zu.

Jeder Testwillige hat dabei die Wahl zwischen einem sogenannten Nasopharyngeal- oder einem Nasenabstrich. Bei ersterem, dem sogenannten PoC-Test, wird ein dünnes Stäbchen über die Nase bis tief in den Rachen eingeführt, bei zweiterem, der den Selbsttests für zu Hause entspricht, wird mit einem dickeren Wattestäbchen im vorderen Nasenbereich ein Abstrich genommen. „Beide Varianten sind zugelassen“, sagte Antje Stötzel, die beim Sozialwerk federführend für die Tests verantwortlich zeichnet. Sie selbst präferiert den Nasopharyngealabstrich, da „im tiefen Rachenbereich die meisten Viren sind“, erklärte sie. Es gebe allerdings genug Menschen, denen diese Methode unangenehm sei. Und da auch der bloße Nasenabstrich zulässig ist, werden beide Varianten im Sozialwerk angeboten. Innerhalb weniger Minuten ist ein solcher Test erledigt. Nach der Erfassung der Daten geht es in den Testraum, wo Antje Stötzel den Abstrich nimmt. Anschließend heißt es warten und nach 15 Minuten steht das Ergebnis fest.

Auch Ingeburg Stroth konnte gestern nach 15 Minuten ihr negatives Testergebnis in Empfang nehmen. Ins Getümmel wollte sich die Rentnerin aber dennoch nicht stürzen. „Ich wollte mich einfach gern testen lassen.“ Mit Kontakten halte sie sich weiterhin zurück, berichtete die rüstige Norddeicherin. Ihre Einkäufe lässt sie sich von ihrer Nachbarin bringen. Nur auf die Gemeinschaft in der Kirche möchte die 85-Jährige nicht verzichten, weshalb es ihr wichtig ist, sich regelmäßig testen zu lassen.

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