Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Zum Artikel

Erstellt:
14. April 2020, 10:23 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 11sec

Landkreis Aurich plant Reihentests

Neben dem Landkreis Aurich beteiligt sich auch die Stadt Emden an der Durchführung.

Ein Arzt steckt ein Teströhrchen in eine Plastiktüte, um sie an ein Labor zu senden.  Foto: DPA

Ein Arzt steckt ein Teströhrchen in eine Plastiktüte, um sie an ein Labor zu senden. Foto: DPA © dpa

Aurich – Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) plant gemeinsam mit dem Landkreis Aurich und der kreisfreien Stadt Emden kurzfristig repräsentative Reihentests durchzuführen, um festzustellen, wie verbreitet das SARS-CoV-2-Virus in der hiesigen Bevölkerung tatsächlich ist. Das teilte der Landkreis am Donnerstag mit. „Wir brauchen ein realitätsnahes Bild des Infektionsgeschehens“, sind sich Dr. Lukas Bockelmann von der KVN, Erster Kreisrat Dr. Frank Puchert als zuständiger Gesundheitsdezernent sowie Volker Grendel, Fachbereichsleiter Gesundheit und Soziales der Stadt Emden, einig.

Bislang werden lediglich Personen mit den entsprechenden Symptomen – entsprechend den Empfehlungen des Robert Koch-Institutes – auf eine mögliche Corona-Infektion getestet. Diese Daten würden aber nicht verlässlich Auskunft über den tatsächlichen Verbreitungsgrad von Covid 19 geben, macht Puchert deutlich. Daher brauche man statistische Daten, wie sie die angedachten Reihentests mit einem Umfang von mindestens 1000 Personen liefern könnten.

Zwar wären auch diese Untersuchungen lediglich „Momentaufnahmen“ und Fehlergebnisse aufgrund des Infektionsverlaufes selbstverständlich möglich, wie der Landkreis schreibt. Die Reihenbeprobung lasse aber gewisse Rückschlüsse auf die tatsächliche Infektionsrate zu und ermögliche so eine Gesamtbewertung der Situation in Emden und im Landkreis Aurich. „Ich bin mir sicher, dass wir die Datenlage durch die Untersuchung für jeden Einzelnen wesentlich verbessern können“, bekräftigt Lukas Bockelmann. Bei einem negativen Ergebnis dürften sich die Getesteten aber nicht in „falscher Sicherheit“ wähnen, sondern müssten weiterhin auf Symptome achten.

Ein Überblick, wie ihn die Reihentests erbringen sollen, sei unter anderem entscheidend dafür, wie mit den verhängten Kontaktbeschränkungen „unterhalb der Landesregelung“ umgegangen werden soll, so Puchert. Ob es Lockerungen der Restriktionen geben kann oder ob diese weiter aufrechterhalten werden müssen, könne verlässlicher bewertet und entschieden werden. „Wir benötigen die Daten, um unsere Entscheidungen für die Bürgerinnen und Bürger nachvollziehbar und verständlich zu machen“, hebt der Gesundheitsdezernent hervor.

Wesentliches Ziel der Reihentests sei es, einen repräsentativen Durchschnitt der Bevölkerung zu beproben. Es gehe nicht um infektionsschutzrechtliche, sondern lediglich um statistische Daten. Dabei habe man nicht nur Menschen im Blick, die in risikogeneigten Aufgabenbereichen tätig sind, erklärt Grendel. Die Abstriche erfolgen ausschließlich auf freiwilliger Basis.

Zunächst gehe es nun darum, gemeinsam mit den Beteiligten die personellen und sachlichen Voraussetzungen für die Reihenuntersuchungen zu schaffen. Die erforderlichen Laborkapazitäten seien über die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen gesichert, heißt es abschließend.

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen