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15. April 2020, 18:09 Uhr
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Weidezäune werden zur Todesfalle

Ein schrecklicher Anblick: Immer wieder kommt es vor, dass Weidezäune für Damwild zur Todesfalle werden.

Ein schrecklicher Anblick: Immer wieder kommt es vor, dass Weidezäune für Damwild zur Todesfalle werden. ©

Lütetsburg/MF – Es ist ein schreckliches Bild, was die Jäger der Jägerschaft Norden im Frühjahr und Winter öfter zu Gesicht bekommen: Junge Hirsche, die sich mit ihren Geweihen in Stromlitzen verfangen haben und qualvoll verenden.

„Wir haben dieses Problem jedes Jahr und verlieren so einige Jungtiere“, bedauert Ralf Dirks von der Jägerschaft Norden. Im letzten Jahr zählte man neun Fälle, in diesem Jahr fanden die Jäger seit Januar bereits sechs Tiere vor, die sich in den Weidezäunen verfangen hatten. Dabei fanden sie das Damwild nicht immer rechtzeitig: „Fünf konnten wir nicht mehr retten. Wir mussten die Tiere von ihrem Leiden erlösen“, berichtet Dirks. In einem Fall glückte die Rettungsaktion.

Im Frühjahr und Winter sind die Weideflächen teils noch nicht genutzt und die Zäune werden auch nicht, wie im Sommer üblich, von den Pferde- oder anderen Viehbesitzern täglich inspiziert. Teilweise würden die Stromlitzen achtlos hängen gelassen oder sogar flattern. Dass es meist junge Hirsche sind, für die die Weidezäune zur Todesfalle werden, hängt mit dem Spieltrieb der Tiere zusammen. „Sie wollen mit ihrem Geweih ihren Spieltrieb ausleben und nutzen dafür gern die Stromlitzen“, so Dirks. Weibliches Damwild oder anderes Wild gerät durch die Zäune nur selten in Gefahr.

Habe sich ein Hirsch erst mal mit seinem Geweih in dem Weidezaun verfangen, habe er keine Chance mehr, sich selbst zu befreien. „Je nach dem, wann wir das Tier finden, leidet es große Qualen“, so Dirks. Für die Befreiung sei großer körperlicher Einsatz mehrerer Helfer nötig. „Wenn man ein Tier in dieser Situation vorfindet, sollte man auf keinen Fall selbst versuchen, es zu befreien. Das ist brandgefährlich und man könnte sich schwer verletzen“, erklärte Dirks. Wenn man nicht weiß, welcher Jäger in diesem Bereich zuständig sei, sollte man die Polizei informieren. Diese kann dann die richtigen Ansprechpartner von der Jägerschaft vermitteln.

Die Jägerschaft appelliert an alle Landbewirtschafter, die Weidezäune nicht achtlos hängen zu lassen. „Entweder den Draht stramm ziehen oder abmontieren. Das ist ein Aufwand von zehn Minuten.“

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