Brookmerland wählt am 31. Mai neuen Samtgemeindebürgermeister

Von Merlin Klinke

Mit einer knappen Mehrheit nach einer geheimen Wahl wurde der neue Termin für die Direktwahl des Samtgemeindebürgermeisters Brookmerland festgelegt.

Geheime Wahl im Rat: Jeder bekommt einen Stimmzettel.

Marienhafe Selten war ein Beschluss im Brookmerlander Samtgemeinderat so umkämpft wie dieser. Mit knapper Mehrheit und in geheimer Abstimmung hat der Rat am Dienstagabend entschieden, die Direktwahl des Samtgemeindebürgermeisters vorzuziehen. Gewählt wird nun am Sonntag, 31. Mai 2026. Eine mögliche Stichwahl ist für den 14. Juni angesetzt.

15 stimmen für Ja, 14 für Nein15 der 29 anwesenden Ratsmitglieder stimmten für die Entkopplung vom Kommunalwahltermin am 13. September, 14 dagegen. Auf Antrag des Grünen-Ratsherrn Detlef Schweichler erfolgte die Abstimmung geheim – ein deutliches Zeichen dafür, wie sensibel und politisch aufgeladen das Thema ist.

Damit folgte eine knappe Ratsmehrheit dem Vorschlag von Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels (SPD). Mitte Dezember hatte er Politik und Öffentlichkeit mit seinem Vorstoß überrascht, die Wahl seines Nachfolgers von der Ratswahl zu entkoppeln und so deutlich früher einen Nachfolger oder Nachfolgerin zu bestimmen.

Rechtlich ist der Beschluss abgesichert. Nach dem Niedersächsischen Kommunalwahlgesetz legt der Rat den Wahltermin fest; eine Stichwahl findet am zweiten Sonntag nach dem ersten Wahlgang statt. In der Verwaltungsvorlage wurden mehrere Argumente für eine vorgezogene, eigenständige Wahl genannt. Sie ermögliche eine frühzeitige Planung der Amtsübernahme zum 1. November 2026 und eine geordnete Übergabe im Rathaus.

Problemloser Wechsel als BegründungMit dem frühen Termin könne sichergestellt werden, dass es zu keiner Vakanz in der Verwaltung komme. So wurde seitens der SPD im Rat argumentiert, dass im Falle eines Wahlsieges ihres Favoriten, des derzeitigen Bauamtsleiters und allgemeinen Vertreters, ein neuer Beamter für die leitende Position gesucht werden müsse, was sich über Weihnachten als besonders schwierig gestalten könne. Zudem werde die Kommunalwahl im September entlastet – weniger Stimmzettel, weniger Aufwand für Wahlhelfer. Auch mit Hinblick auf die beteiligten Parteien am Wahlkampf im September, müsse man gefestigt auftreten, heißt es während der Ratssitzung.

Kritik kam aus den Reihen von BWG/SEB, BfB und CDU. Sie äußerten sich vor der geheimen Wahl gegen die Vorverlegung und verwiesen auf zusätzliche Kosten von rund 8000 Euro, so viel kostet der Extratermin laut Samtgemeindebürgermeister, für den extra Wahlgang und eine mögliche Stichwahl.

Am Ende entschied eine einzige Stimme. Das Ergebnis zeigt: auch im Rat herrschte wenig Einigkeit.