Demo-Organisatoren schimpfen über die „undemokratische und falsche“ Presse

Von Stefan Bergmann

Protestplakat bei einer Demo in Ostfriesland

Emden/Ostfriesland In einer Pressemitteilung werfen die Organisatoren der Emder Landwirte-Demo „Teilen der Presse“ eine „tendenzvorgebende Berichterstattung vor“. Die Ostfriesen-Zeitung hatte aufgedeckt, dass Chef-Organisator Oliver Weißmann AfD-Abgeordnete eingeladen hatte, um am Montag als Redner auf der Bühne im Stadtgarten zu stehen. Einer von Ihnen offenbar ein glühender Verehrer von Generalfeldmarschall Erwin Rommel, der als enger Gefolgsmann Hitlers für Tausende Tote verantwortlich ist. Auch der KURIER berichtete darüber.

Die AfD-Abgeordneten wurden daraufhin wieder ausgeladen, Weißmann entschuldigte sich damit, dass er nichts von der AfD-Zugehörigkeit der potenziellen Redner gewusst habe.

„Meldungen wurden aus dem Kontext gerissen“

Er und seine Organisatoren werden am Montag nicht nur fordern: „Die Ampel muss weg!“ Auch mit den freien Medien in einer Demokratie scheinen sie nicht viel anfangen zu können. Sie hätten „Meldungen aus dem Kontext gerissen, Aussagen verdreht und unvollständig wiedergegeben“, heißt es in einer Pressemitteilung, die zurzeit über die sozialen Netzwerke verbreitet wird. Durch diese „tendenziöse Berichterstattung würden Menschen „gefährdet und diffamiert“, das „Framing und Bashing“ der Medien sei „undemokratisch und falsch“.

In einem Telefonat hatte Weißmann unter anderem gesagt: „Der Boykott-Aufruf und die Diffamierung der AfD erinnern mich an Zeiten, in denen man dazu aufgefordert wurde, nicht mehr bei Juden zu kaufen.“ Diese Aussage hat Weißmann bisher nicht zurückgenommen.

Damit hätten die Organisatoren „die rote Linie des sagbaren und machbaren“ überschritten, konterten unter anderem die Gewerkschaften im Emder DGB.

In der internen WhatsApp-Gruppe der Demonstranten wird indes appelliert, „keine Galgen“ oder ähnliche Symbole bei der Demo mitzuführen. Es kursiert auch ein Bild, das die Blockade-Aktion am Fähranleger rund um Außenminister Habeck gutheißt. Aufgestellt wird ebenfalls die Behauptung, für die Bilder vom Besuch von Bundeskanzler Olaf Scholz in den Hochwassergebieten seien kurz vor dem Fototermin „Immigranten mit dem Bus herangefahren“ worden, während zivile Helfer weggeschickt worden seien.