Im Tiefflug über die Inseln: Neue Daten für den Küstenschutz

Von Stefan Bergmann

Im Tiefflug über die Inseln: Neue Daten für den Küstenschutz

Hier das Geländemodell, das ein LIDAR-Scanner von Norderney erstellt hat.

Norden Die Sturmflutsaison an der niedersächsischen Nordseeküste neigt sich mit dem Start in den April dem Ende zu. Trotz eines vergleichsweise ruhigen Winters bleibt die genaue Erfassung der aktuellen Küstenverhältnisse essenziell – insbesondere auf den Ostfriesischen Inseln. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Norden setzt deshalb auf moderne Technik: Aktuell laufen hochauflösende Vermessungsflüge über dem Inselgebiet.

Flugzeuge scannen die Inseln bei Niedrigwasser

Bis Ende April sind zweimotorige Kleinflugzeuge mit den Kennungen D-IGFK und D-IGPS im Einsatz. Sie fliegen in Höhen zwischen 900 und 1100 Metern über Grund – bevorzugt bei Niedrigwasser. Die Flugrouten verlaufen dabei in parallelen Bahnen mit etwa 800 Metern Abstand, um lückenlose Daten zu erfassen. „Wir bitten um Verständnis, wenn es in Einzelfällen zu leichten Lärmbelästigungen kommt“, sagt Holger Dirks, Vermessungsleiter der Forschungsstelle Küste des NLWKN.

Laserscanner und Luftbildkamera im Einsatz

An Bord der Flugzeuge befinden sich ein hochauflösender Laserscanner ()LIDAR) sowie eine spezielle Luftbildkamera. Der Laserscanner tastet die Erdoberfläche mit einer Auflösung von sechs Messpunkten pro Quadratmeter ab. Aus diesen 3D-Daten entstehen detaillierte digitale Geländemodelle, die sowohl der Forschung als auch der langfristigen Küstenschutzplanung dienen. Insgesamt ist eine Flugzeit von rund zehn Stunden vorgesehen.

Datenbasis für nachhaltigen Küstenschutz

Die Ergebnisse der Vermessungsflüge liefern laut Prof. Frank Thorenz, Leiter der NLWKN-Betriebsstelle in Norden, eine wichtige Grundlage, um den Zustand von Stränden und Dünen nach der Sturmflutsaison zu bewerten. „Gerade im hochdynamischen Naturraum der Ostfriesischen Inseln sind aktuelle Geländemodelle unverzichtbar, um Schutzmaßnahmen gezielt und nachhaltig umzusetzen“, so Thorenz.