Inselhafen in neuemLicht

Der Norderneyer Hafen erstrahlt seit diesem Jahr im Licht von LED-Lampen.

Norderney Hafenbereiche zu Land und zu Wasser müssen optimal ausgeleuchtet sein, um den Umschlag von Waren und Passagierbewegungen möglich und zugleich sicher zu machen. Darüber hinaus bieten in die Jahre gekommene Anlagen oft das Potenzial, Energie zu sparen. Gründe genug für die Hafengesellschaft Niedersachsen Ports, im Hafen Norderney 82 neue LED-Leuchten einzubauen, wie das Unternehmen am Montag informiert.

Das Projekt wurde bereits in den Sommermonaten umgesetzt. Zur dunklen Jahreszeit zeigt die Hafenbeleuchtung jetzt, was sie kann. „Wir können sogar vom Festland aus in den einzelnen Hafenbereichen auf Norderney das Licht zum richtigen Zeitpunkt und genau in dem Maße zur Verfügung stellen, wie es für den sicheren Betrieb benötigt wird“, erklärt der Leiter der Niedersachsen Ports GmbH& Co. KG Niederlassung Norden, Friedrich Voß.Hohe Einsparpotenziale

Insgesamt 50 Prozent des bisherigen Energieverbrauchs sollen künftig eingespart werden. Allein mit dem Austausch der Natriumdampfleuchten durch die neuen LED-Lampen könnten 30 Prozent Energie eingespart werden, heißt es in der Mitteilung. Das weitere Potenzial ergebe sich aus der Möglichkeit, die Lichtstärke intelligent anzupassen. Ermöglicht werde dies durch eine technische Lösung, die über ein Mobilfunksystem (GSM-Modul) und eine Software gesteuert wird.

Ein- und Ausschaltzeiten sowie die Beleuchtungsstärke können darüber verändert werden: Bei Personenverkehr oder bei Be- und Entladungsverkehr in Dunkelheit wird der Bereich auf die vorgeschriebene Beleuchtungsstärke von mindestens dreißig Lux ausgeleuchtet. Eine normale Kai-Ausleuchtung benötigt fünf Lux, das Licht kann dann gedimmt werden. Darüber hinaus schaltet eine Astro-Uhr das Licht automatisch zu den Zeiten ein oder aus, in denen die Sonne auf- oder untergeht.

Der Mensch bleibt dennoch wichtig. Das Wetter an der Küste sei oftmals unberechenbar und könne nicht in den Algorithmen einer Software abgebildet werden, so Niedersachsen Ports. Daher habe der Hafenaufseher die Möglichkeit, nachzusteuern und zum Beispiel bei Starkregen, Sturmfluten oder Nebel die Beleuchtung der aktuellen Situation anzupassen.

Ein Team von Auszubildenden hat 2018 im Inselhafen auf Baltrum den Anfang gemacht und dort die Beleuchtung erneuert. Die Azubis hatten das Projekt während der IHK-Fortbildung „Energie-Scouts“ entwickelt und anschließend umgesetzt. Voß: „Wir haben mit dem sinkenden Energieverbrauch und der Fernsteuerung gute Erfahrungen gemacht, sodass wir in der Folge die Häfen Langeoog und Norderney sowie Teile des Hafens Norddeich umgestellt haben. Für 2022 planen wir, den Hafen Bensersiel neu zu erleuchten.“

„Hafen plus“

Die Hafengesellschaft Niedersachsen Ports habe eine nachhaltige Unternehmensentwicklung zum Ziel, so Voß. Das bedeute, verantwortungsvoll mit knappen Ressourcen umzugehen, CO₂-Emissionen an Land sowie auf See zu verringern und ein langfristig orientiertes Hafen- und Umweltmanagement zu betreiben. Dieser Mehrwert, der über die klassischen Leistungen eines Hafens hinausgehe, werde bei Niedersachsen Ports mit dem Programm „Hafen plus“ vorangetrieben (www.hafenplus.de) .