Internet-Highspeed per Rakete im Brookmerland

Von Keno Klaassen

Upgant-Schott, Osteel, Rechtsupweg und Marienhafe werden mit Glasfaser versorgt.Foto: privat

Der Glasfaserausbau findet überall verbindlich statt“. Das hat jetzt Carsten Höfinghoff, Kommunalmanager der Glasfaser Nordwest, bei einer Informationsveranstaltung in Marienhafe versprochen.

Die Bekanntmachung, dass in der Aula der Gesamtschule über den Glasfaserausbau informiert wird, war erst am Abend des Vortags gekommen. Entsprechend waren auch nur etwa ein Dutzend Menschen vor Ort, um sich zu informieren.

Wo, wie und wannwird gebaut?

Nachdem im September der Bau in Rechtsupweg gestartet war, soll in Osteel noch im Oktober begonnen werden. Über 700 Haushalte und Unternehmen werden mit Glasfaseranschlüssen versorgt – zumindest bis zur Grundstücksgrenze.

Höfinghoff erklärte, dass in den Ausbaugebieten jeder Haushalt darauf vorbereitet wird, einen Glasfaseranschluss zu erhalten. Unter den Gehwegen verlegt. Vor jeder Grundstücksgrenze werden dann Leerrohre verlegt. Dabei ist es unabhängig, ob die Grundstücksbesitzer einen Glasfaseranschluss bei einem der Partner der Glasfaser Nordwest gebucht haben oder nicht. „Vorbereitet wird überall“, sagt Carsten Höfinghoff.

Erst bei Vertragsschluss mit einem der Partner wie EWE, Telekom oder 1&1 wird die Glasfaser mithilfe einer Erdrakete durch das Leerrohr auf das jeweilige Grundstück geschossen. Bei der Hauswand angekommen, bohren die Techniker ein Loch in die Wand und installieren eine kleine Box im Innern des Hauses.

Für den Anschluss der Haushalte werden sogenannte Technikstandorte installiert. Diese seien etwa so groß wie eine Garage undwürden jeweils bis zu 4000 Haushalte versorgen. Vorteile von Glasfaser im Vergleich zu Kupferleitungen seien zum einen ein geringerer Stromverbrauch, und, was der Kommunalmanager betonte, zum anderen eine gleichbleibende Leistung. Da jeder Haushalt mit einer eigenen Glasfaserleitung ausgestattet werde, gebe es keine Verluste. Bei klassischen Kupferleitungen kämen teilweise nur 40 Prozent von dem an, was der Kunde bestellt hätte. Dies liege daran, dass sich viele Haushalte eine Leitung teilen würden. So komme es zu Verlusten, wenn viele Menschen im Netz seien.

Anschluss in Marienhafe und Upgant-Schott

Neben Rechtsupweg und Osteel mit jeweils über 700 Haushalten und Unternehmen werden auch Marienhafe und Upgant-Schott angeschlossen. In Marienhafe startet der Bau der Leitungen für 1100 Haushalte im März. Bauzeit: etwa ein Jahr.

Für Upgant-Schott ist der Baubeginn ebenfalls im März nächsten Jahres geplant. Über 1400 Haushalte und Gewerbe werden versorgt. Die Leitungen werden von den zentralen Technikstandorten hin zu den Häusern verlegt.

Der Glasfaserausbau schreitet endlich voran

Brookmerlands Bürgermeister Gerhard Ihmels war zwar nicht vor Ort, hatte sich jedoch schon vorab zufrieden geäußert: „Ich freue mich sehr, dass die Glasfaser Nordwest unserer Samtgemeinde einen zügigen Glasfaserausbau ermöglicht und die Menschen an ihren Ausbauplänen beteiligt.“ Dank der großen Anbietervielfalt können sich die Anwohner zwischen 1&1, EWE und Telekom entscheiden, so Ihmels. Und weiter: „Mit den Ausbauplänen der Glasfaser Nordwest machen wir einen Riesenschritt hin zu einer leistungsfähigeren digitalen Infrastruktur im Brookmerland.“

Die Glasfaser Nordwest biete allen Telekommunikationsanbietern dieselben Konditionen an, um so viele Anschlüsse verbauen zu können, wie es geht, verspricht Höfinghoff.

Weitere Informationen gibt es bei den jeweiligen Anbietern oder im Internet unter der Adresse www.glasfaser-nordwest.de.

So teuer ist Glasfaser

Die EWE bietet alle Glasfaser-Tarife aktuell für die ersten sieben Monate für 20 Euro an. Danach kostet die günstigste Variante mit einer Downloadgeschwindigkeit von bis zu 100 Mbit/s und Upload bis zu 50 Mbit/s 40 Euro.

Die teuerste Version mit 500 Mbit/s Download und 100 Mbit/s Upload kostet ab dem siebten Monat 60 Euro pro Monat.

Auch Glasfaser-Router verkauft die EWE. Informieren können Interessierte sich im Internet unter www.ewe.de/internet.

Die Telekom bietet ebenfalls ein Aktionsangebot für die ersten sechs Monate an: 20 Euro für alle Tarife. Ab dem siebten Monat kosten 150 Mbi/ts im Down- und 75 Mbit/s im Upload 45 Euro pro Monat. 1000 Mbit/s Downloadgeschwindigkeit kosten bei der Telekom nach dem siebten Monat 70 Euro.

Die Kosten für den Anschluss an das Glasfaser-Netz kostet bei der Telekom normalerweise 800 Euro. In Kombination mit einem speziellen Telekom-Tarif fallen diese Kosten allerdings weg. Weitere Infos im Internet unter der Adresse www.telekom.de/netz/glasfaser.

Auch 1&1 bietet Glasfasertarife im Brookmerland an. Bestseller sind 250Mbit/s für 45 Euro monatlich inklusive Wi-Fi 7-Router. Der Anbieter war allerdings nicht bei der Informationsveranstaltung vor Ort.