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Erstellt:
14. Dezember 2025, 17:43 Uhr

Norden ist für extremen Winter gerüstet

20 Jahre nach dem Münsterländer Schneechaos erklärt die Stadt, welche Vorsorge getroffen ist

Lesedauer: ca. 2min 10sec
Selten, aber nicht auszuschließen: Extremer Schneefall in Ostfriesland.

Selten, aber nicht auszuschließen: Extremer Schneefall in Ostfriesland. © Stromann str

Als im November 2005 innerhalb weniger Stunden extreme Schneemengen das Münsterland lahmlegten, Strommasten unter der Last einknickten und ganze Orte tagelang von der Außenwelt abgeschnitten waren, zeigte das sogenannte Münsterländer Schneechaos eindrücklich, wie unvorhersehbar und kräftig Naturereignisse die öffentliche Infrastruktur treffen können. Auch wenn solche Wetterlagen in Ostfriesland selten geworden sind, stellt sich die Frage, ob die Stadt Norden für ein vergleichbares Szenario gerüstet wäre. Auf Anfrage unserer Redaktion erläuterte die Stadtverwaltung nun den aktuellen Stand der Vorsorge.

Demnach verfügt Norden über einen internen Gefahrenabwehr-Plan, für den der Verwaltungsstab erst kürzlich neu berufen wurde. Alle beteiligten Mitarbeitenden wurden schriftlich einberufen. Die Leitung dieses Verwaltungsstabes liegt beim Bürgermeister, dem Ersten Stadtrat und der Leitung des Geschäftsbereichs Ordnung, Soziales, Bildung und Wirtschaft. Unterstützt wird die Spitze von einer Koordinierungsgruppe aus Mitarbeitenden des Inneren Dienstes, der Lage- und Dokumentationsführung, der Bevölkerungsinformation und Medienarbeit sowie des Fernmeldewesens. Je nach Lage und Bedarf werden zudem Mitarbeitende aus den verschiedenen Fachdiensten hinzugezogen.

Im Falle eines großflächigen Stromausfalls stehen der Stadt mehrere Notstromoptionen zur Verfügung. Ein 32-KW-Notstromaggregat ermöglicht die Versorgung des Rathauses. Darüber hinaus können auch die KGS Wildbahn, die Oberschule in der Osterstraße, die Begegnungsstätte Ostermarsch sowie die Feuerwehr in Leybuchtpolder über entsprechende Anschlüsse mit Energie versorgt werden. Zusätzlich verfügt die Feuerwehr über eigene Aggregate, um die Einsatzfähigkeit zu sichern.

Für winterliche Straßenverhältnisse ist der Bauhof mit einem Standard-Equipment ausgestattet. Dazu zählen Räumfahrzeuge, die bei Bedarf mit Schneepflügen ausgestattet werden können, sowie festgelegte Einsatzpläne für Hauptverkehrs- und Schulwege. Schneepflüge stehen einsatzbereit zur Verfügung, auch wenn sie seit Jahren nicht mehr benötigt wurden. Die Stadt verweist darauf, dass aufgrund des Klimawandels die Wahrscheinlichkeit für starke Schneefälle in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesunken sei. Für außergewöhnliche und rekordverdächtige Wetterlagen sei es grundsätzlich kaum möglich, dauerhaft das entsprechende Equipment vorzuhalten. Dies zeige sich auch beim Thema Starkregen, dessen Auswirkungen etwa überdimensionierte Regenwasserkanäle ebenfalls nicht vollständig abfangen könnten.

Trotz aller Vorsorge bleibt die Eigenverantwortung der Verkehrsteilnehmer entscheidend. Wer unterwegs ist, müsse sein Verhalten stets den Witterungsbedingungen anpassen. Insgesamt sieht sich die Stadt Norden gut vorbereitet, sollte es doch einmal zu einem seltenen, aber schweren Winterereignis kommen – wissend, dass absolute Sicherheit vor extremen Naturereignissen nicht erreichbar ist.

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