Um 3 Uhr beginnt in Norden der Winterdiensttag
Um drei Uhr morgens startet der Winterdienst am Norder Tief. Mit Lkw, Traktoren und Handkolonnen werden Straßen und Wege geräumt.
Für den Winterdienst in Norden stehen dem Bauhof unter anderem zwei große Lkw zur Verfügung.
Das Schneetreiben der vergangenen Tage sorgt für Hochbetrieb bei den Technischen Diensten der Stadt Norden. Frühmorgens um drei Uhr ist für die Mitarbeiter des Bauhofs die Nacht vorbei. Dann rücken die für den Winterdienst vorgesehenen Fahrzeuge aus und sorgen dafür, dass Hauptverkehrsstraßen, Rad- und Schulwege sowie Spielplätze von Schnee und Matsch geräumt und gestreut werden. Zwei Lkw, drei Traktoren und fünf Handkolonnen sind dann über Stunden unterwegs.
Vorbereitungen für den Winterdienst starten früh
Marc Spliesteser ist einer der Bauhof-Mitarbeiter, die an diesem Donnerstagmorgen um drei Uhr auf der Matte stehen und sich für den in Kürze beginnenden Winterdienst vorbereiten. Doch bevor es richtig losgeht, muss zunächst das Streugut geladen werden. Schaufel um Schaufel kippt ein Radlader das Mischgut in den großen Vorratsbehälter, der sich auf einem Anhänger hinter dem Lkw befindet. Es besteht an diesem Tag aus Salz und Lava.
Gegen kurz vor vier Uhr setzt sich das Gespann in Bewegung. Gleich um die Ecke auf der Zuckerpolderstraße geht auch das große Räumschild runter. Mit diesem werden Schnee und Matsch von der Fahrbahn an den Straßenrand befördert. „Nur nicht zu schnell fahren“, sagt Marc Spliesteser, sonst fliegt der Matsch schnurstracks auf den Gehweg oder in die Vorgärten der Wohnhäuser. „Wir wollen die vorbildlichen Anwohner, die den Gehweg vor dem eigenen Grundstück freischaufeln, ja nicht ärgern.“
Und dann geht es kreuz und quer durch die Stadt: von Martensdorf nach Westlintel, den Lehmweg rauf bis zur Itzendorfer Straße und wieder zurück, es geht an der KGS an der Wildbahn vorbei, rüber nach Lintel und Ekel, die Nordseestraße rauf und wieder runter. Dabei umkurvt Spliesteser souverän am Straßenrand parkende Autos, schiebt aufgefahrenen Matsch an den Seitenrand und wendet hier und da sein Anhängergespann in zwei Zügen.
Salzvorrat erschöpft während der Streuroute
Zuletzt geht es nach Norddeich und auf die Tunnelstraße. Plötzlich piepst das Steuergerät des Streuaufsatzes. „Wir haben kein Salz mehr“, sagt Marc Spliesteser. Heißt: diese Straße noch fertig räumen und dann zurück zum Bauhof, nachbunkern. Gestreut wird eben später bei der zweiten Tour.
Bevor es zurück ans Norder Tief geht, wird es noch einmal ganz besonders knifflig. Der Westerlooger Strohweg am Flugplatz ist kaum erkennbar. Hohe Schneeverwehungen haben die Straße förmlich im Weiß verschwinden lassen. Trotz seiner langjährigen Erfahrung ist Spliesteser jetzt hochkonzentriert. „Bloß nicht vom Gas gehen, dann rutschen wir und könnten uns festfahren!“
Doch gekonnt ist gekonnt, der Schnee wird auf die Seite geschoben und der Lkw kommt sicher an der Ostermarscher Straße und wenig später auf dem Bauhof an. Gute vier Stunden sind Spliesteser und seine Kollegen jetzt bereits unterwegs. Zeit für eine große Pause ist aber nicht. Schnell wieder mit dem Radlader einige Schaufeln Salz-Lava-Gemisch geladen, kurz zum Chef ins Büro und los geht es zur zweiten Runde durch die Stadt.
So viel Streugut lagert der Bauhof
Für den Winterdienst lagern die TDN auf dem Bauhof am Norder Tief bis zu 30 Tonnen Streugut ein. Darüber hinaus gibt es ein Standard-Equipment, um für stärkere Schneefälle wie die der letzten Tage gewappnet zu sein. Dazu zählen auch Räumfahrzeuge, die bei Bedarf mit Schneepflügen bestückt werden. Allerdings kamen diese in den vergangenen Jahren gar nicht zum Einsatz.
Neben den gemeindeeigenen Straßen gibt es auch Straßen wie die Norddeicher Straße oder die B72 mit dem Kreisel in Lütetsburg, die nicht dem Winterdienst der Stadt Norden unterstellt sind. Für diese und weitere übergeordnete Verkehrswege sind beispielsweise der Landkreis oder die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr verantwortlich. Wenn es zu Beschwerden über mangelnde Räumung kommt, so betrifft es laut Stadtverwaltung zumeist die Verkehrswege, die außerhalb des städtischen Verantwortungsbereichs liegen. Bei Fuß- und Radwegen kommt es außerdem darauf an, ob diese kombiniert oder baulich getrennt sind.