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28. März 2025, 12:44 Uhr

Die B210n rückt näher: Baubehörde startet das Planfeststellungsverfahren

Lange war es still um das Mega-Projekt in Ostfriesland: Eine Straßenverbindung zwischen Riepe und Aurich. Doch hinter den Kulissen wurde gearbeitet. Anfang Mai wird das gesamte Projekt jetzt zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt.

Lesedauer: ca. 2min 15sec
Straße

Kurz vor dem Ende der Ortsumgehung Aurich: Die B210n führt am EEZ vorbei. © NLSTBV-ARU

Aurich Die neue Bundesstraße B210n zwischen Riepe und Aurich hat eine wichtige Hürde genommen. Anfang Mai gehen die Planer zum ersten Mal mit Detail-Informationen an die Öffentlichkeit. Denn: Das Planfeststellungsverfahren wird gestartet. Die B210n hat in der Region viele Befürworter - und viele Gegner.

Sie soll die alte Bundesstraße 210 zwischen Emden und Aurich entlasten; die ebenfalls neue Ortsumgehung von Aurich soll den Verkehr aus dem Stadtkern holen.

Das ist ein Planfeststellungsverfahren

Das teilte die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Aurich am Freitag mit. Das Planfeststellungsverfahren ist eine umfassende Prüfung, an deren Ende eine allgemeine Baugenehmigung steht. Sie wird nur für große Bauprojekte angewandt, von denen viele Menschen, Unternehmen oder Behörden betroffen sind. Die Pläne werden erarbeitet, öffentlich vorgestellt, Betroffene können sich dazu äußern. Gibt es aus Sicht der Planer berechtigte Kritik, wird nachgearbeitet. Am Ende steht dann der Planfeststellungsbeschluss - der allerdings vor Gericht beklagt werden kann. Je nach Entscheidung müssen Behörden nacharbeiten oder der Beschluss wird bestätigt.

So verläuft die Straße

Die Straße soll von der Autobahnanschlussstelle Riepe bis nach Schirum führen und dann einen Bogen westlich von Aurich um den Stadtkern schlagen. Sie überquert unter anderem die Emder Straße. Vorbei am EEZ mündet sie schließlich in die Esenser Straße ein.

Die Gegner sehen in der Straße ein „Risiko für Ostfriesland“. Sie beklagen „Umweltbelastung und Landschaftszerstörung“, sie kritisieren die „hohen Baukosten“ und vermuten, dass die neue Straße nur von denen befürwortet werde, die von ihr profitieren: Unternehmen, Bauunternehmer, Zulieferbetriebe, „Grundstücksspekulanten und ähnliche“.

Die Befürworter hoffen auf eine Entlastung von Innenstädten vom Verkehrslärm, beispielsweise in Riepe, Ochtelbur und Aurich und verweisen in dem Zusammenhang auf bereits fertig gebaute Umgehungsstraßen in Emden, Norden und Jever. Sie rechnet mit sinkendem Treibstoffverbrauch und weniger Abgas- und Geräuschemissionen.

Wie geht es weiter?

Am 6. Mai (Freitag) um 18 Uhr wird die Behörde die Pläne zum ersten Mal öffentlich auslegen und auch Fragen beantwortet (Einlass 17 Uhr). Damit beginnt die gesetzlich vorgeschriebene Offenlegungspflicht zum Beginn eines Planfeststellungsverfahrens. Für eine gewisse Zeit haben dann alle, die sich von den Planungen betroffen fühlen, die Möglichkeit, Anregungen oder Kritik einzubringen. Im Fokus stehen bei solch großen Straßenplanungen meist Umweltverbände oder Bürgerinitiativen.

Über den genauen Verlauf des Verfahrens sowie über einen möglichen Zeitplan und andere Fragen konnte die Auricher die Behörde am Freitag der Presse keine Auskunft gehen.

Sie startete ins Wochenende.

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