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20. Februar 2025, 10:42 Uhr

Gunnar Ott: Ostfriesland muss aus der Randlage raus

Vor der Bundestagswahl zeigen wir, wer für Ostfriesland um ein Direktmandat kämpft. Gunnar Ott will für die Grünen in den Bundestag – und bringt viele Themen mit

Lesedauer: ca. 3min 02sec
Möchte für die Grünen in den Bundestag einziehen und dort einiges bewegen: Gunnar Ott.Foto: Hauke Eilers-Buchta

Möchte für die Grünen in den Bundestag einziehen und dort einiges bewegen: Gunnar Ott. Foto: Hauke Eilers-Buchta © Hauke Eilers-Buchta

Ostfriesland Der Weg in die Politik begann für Gunnar Ott, der bei der Bundestagswahl für die Grünen antritt, bereits im Schulalter. Als seine neuen Mitschüler zu Beginn des Schuljahres ein widerliches Spiel spielten: „Sie spielten ‚Juden erschießen‘ und als ich in den Raum kam, wurde gerade ein Junge vom Stuhl getreten“, erinnert sich Ott. Dieses Erlebnis sei „hängen geblieben“ und „hat etwas in mir gemacht“, erklärt der 57-Jährige, der seit 35 Jahren als Verwaltungsbeamter bei der Bundeswehr in Leer arbeitet. Für ihn war durch dieses Erlebnis klar: „Ich will mein Leben lang für Menschen kämpfen, die gemobbt werden, die drangsaliert werden.“

Gunnar Ott: Ostfriesland muss aus der Randlage raus

Gelandet ist er letztlich bei den Grünen, für die er zurzeit im Auricher Stadtrat sitzt. Zudem ist Ott seit 2021 Fraktionsvorsitzender der Grünen-Fraktion im Kreistag. Politisch ist Ott vor allem auch der Schutz von Umwelt und Natur wichtig, ebenso spielen allerdings auch Aspekte wie Wohnungsnot und Kinder- sowie Altersarmut eine bedeutende Rolle für den vierfachen Familienvater, der mit seiner Frau in Aurich-Walle lebt. Der aktuelle Rechtsruck in der Gesellschaft macht ihm Sorgen und führt dazu, dass sich Ott künftig auch auf Bundesebene politisch einbringen will. Themen, die für Ostfriesland auf Bundesebene wichtig sind, hat der 57-Jährige viele.

Energiefragen sind für

Ostfriesland wichtig

Vor allem das Thema Energie liegt ihm am Herzen. So habe die Region in der Vergangenheit häufig unter der Randlage gelitten. Jetzt, so Ott, müsse Ostfriesland von der Windenergie mehr profitieren. Er hält Tarifzonen für angebracht. „Wohnortnähe soll sich lohnen“, fordert Ott und möchte, dass ganz Ostfriesland vom günstigen Strom profitieren soll, vor allem die Industrie. Für die Menschen vor Ort fasst der Bundestagskandidat zudem Bürgerwindparks in den Blick. Dabei sollen sich Bürger an Windparks in der Region beteiligen und von diesen profitieren können.

Profitieren soll auch das Emder Volkswagen-Werk. Unabhängig vom zuletzt schwächelnden Kfz-Bau bringt Ott die Idee ein, das Emder Werk in Zukunft um ein zweites Standbein zu erweitern. Brennstoffzellen und Batterietechnik sieht er hier als Möglichkeit und sieht sie als „Chance für das Emder Werk“ – auch, um unabhängiger vom Kfz-Bau zu werden.

Sozialstandards und Blick auf Torf

Nicht nur, dass Spielwaren keine Gifte (mehr) enthalten sollten, ist eine klare Forderung, die Ott vorbringt, auch ist er der Meinung, Deutschland sollte aus dem Torfabbau aussteigen. „Die Moore speichern unheimlich viel Kohlenstoff, deutlich mehr als die Wälder der Erde“, erklärt er – und fordert, das Moor unter Schutz zu stellen.

Ein zusätzlicher Punkt, der Ott wichtig ist, liegt in der fehlenden Bahnanbindung Aurichs. „Das geht gar nicht“, findet er. Nicht nur eine Art Überlandbahn im Stil einer Straßenbahn könnte eine Lösung sein, ebenso sollte Ostfriesland auch an die Schnellbuslinie angebunden werden, die es zwischen Oldenburg und dem Ammerland gibt. „Ursprünglich sollte diese mal bis Aurich führen“, erinnert sich Ott. Grundsätzlich brauche es einen „wechselfähigen ÖPNV“ und eine Option, ohne Auto bis nach Oldenburg zu gelangen. Der Bau weiterer Radwege steht ebenfalls auf Otts Agenda.

Genauso sieht es mit dem sozialen Wohnungsbau aus. „Anders als es die FDP meint, regelt der Markt nicht alles“, findet der Verwaltungsbeamte. Aus seiner Sicht braucht es mehr kommunale Wohnungsbaugesellschaften, die für „faire, gepflegte und gut verwaltete Wohnmöglichkeiten“ sorgen.

Hochschulstandort um Aurich erweitern

Weiterhin möchte Ott auch die Bildungslandschaft Ostfrieslands verändern, eventuell mit einem weiteren Standort der Fachhochschule Emden/Leer. Seiner Ansicht nach könne Aurich als Energiestandort etabliert werden.

Ganz allgemein hat Ott die Vorstellung, den Standort Ostfriesland für die Ausbildung attraktiver zu gestalten. Allein schon, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken.

Im Bundestag würde Ott seine Rolle inhaltlich bevorzugt im Bereich Sicherheit sehen: Der Katastrophenschutz ist ein wichtiger Faktor, sagt Ott. Hier müsse Deutschland nachbessern, ein Weg wäre für ihn ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Katastrophenschutz, das später auch an Tätigkeiten im öffentlichen Dienst angerechnet werden soll. „Das muss attraktiv im Lebenslauf sein“, so Ott.

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