Immer mehr Jugendliche sagen „Nein zum Joint“
Der Trend dreht sich: Die Zahl der Kriminaldelikte von Kindern und Jugendlichen geht zurück, doch ein Bereich bereitet den Polizisten neuerdings große Sorgen: Denn in einem ganz anderen Feld finden sich plötzlich jugendliche Täter.
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Immer weniger Jugendliche greifen zum Joint. Das freut auch die Polizei. © Philipp von Ditfurth/dpa
Von Marie Schüler
Norden Die Polizisten freuten sich: Die Straftaten im Bereich der Kinder- und Jugendkriminalität haben in nahezu allen Bereichen abgenommen. Im Jahr 2024 kam es zu 389 Straftaten. Ein Jahr zuvor waren es 541, was einem „erfreulichen“ Rückgang von 28,1 Prozent entspricht, berichtet der Leiter des Kommissariats Norden, Ingo Brickwedde. Die Verbesserung sei eng mit den Präventionsmaßnahmen verbunden. Immer mehr Schulen bieten Programme, wie Suchtpräventionen auch für die jüngeren Jahrgänge, an und befassen sich in anderen Projekten mit Themen wie der Konfliktlösung.
Gekifft wird kaum noch
Die Folge: Immer mehr Jugendliche sagen „Nein zum Joint“, schilder der Polizeichef. Die Zahl der Drogendelikte fiel daher um 80 Prozent. Laut Statistik sanken die Fälle von 45 im Jahr 2023 auf nur 9 Fälle 2024.
Und auch die Widerstände und tätlichen Angriffe von Kindern und Jugendlichen gegenüber der öffentlichen Ordnung, wie der Polizei, nahmen um 85,7 Prozent ab. Vom Jahr 2023 bis zum Jahr 2024 gab es 36 Straftaten weniger in diesem Bereich. Außerdem erfahren auch die anderen Bereiche, wie Diebstähle, Beleidigungen, Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Bedrohungen, einen Rückgang an Straftaten, erläutern die Beamten.
Allerdings hat sich auch aufgrund der Digitalisierung ein neuer Bereich entschlossen und macht sowohl den Bürgern als auch den Polizisten Angst. Denn durch die stetige Entwicklung der Künstlichen Intelligenz ist es jetzt einfacher zu betrügen.
Jugendliche aus Norden als Erpresser?
Immer häufiger erhalten vor allem ältere Personen erschreckende Anrufe. Unbekannte Menschen drohen und fordern Geld.
Doch Vorsicht: Hinter den Anrufen kann eine mit Künstlicher Intelligenz generierte, nicht reale, Person stecken. Es ist mittlerweile gut und einfach möglich, Stimmen auch aus der eigenen Verwandtschaft nachzustellen und sie dann bestimmte Texte vorlesen zu lassen. Der Anrufer mag dann vielleicht nach einer freundlichen Serviceverkäuferin klingen, die einen nur über eine nötige Kontosicherung informieren möchte. Oder der geliebte Enkel muss sich in einer Notsituation nur etwas Geld leihen. Doch eigentlich stecken Betrüger hinter den Stimmen, die so versuchen, den Menschen das Geld abzuschwatzen.
Schockanrufer von nebenan
Laut Polizei gibt es bei diesen Delikten inzwischen sogar jugendliche Täter aus Norden. Ergo: Nicht immer sitzt die Betrügerbande im Ausland. Manchmal wohnen die Täter Tür an Tür.
Daher hält es die Polizei für sehr wichtig, die Bürger weiter aufzuklären, um sie vor Betrügern zu schützen, die oftmals Tausende von Euro mit nur einem Anruf erbeuten.
„Die sich rasch entwickelnde Künstliche Intelligenz müssen wir im Blick behalten“, warnt Kriminalhauptkommissar Michael Pape abschließend. Was ihn aber erstmal freut: Dass sich der Negativ-Trend aus dem Jahr 2023 nicht weiter fortgesetzt hat, sondern die Zahlen sinken.