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14. Februar 2025, 12:00 Uhr

Oldenburg in Oldenburg hat jetzt 'nen Kurzen - nämlich Oldb.

Warum Oldenburg (Oldenburg) Oldenburg (Oldenburg) heißt, fragen sich seit Jahren viele Menschen. Das müssen sie künftig nicht mehr, denn der Name wird geändert. Aber nur in der geschriebenen Sprache. Was soll das?

Lesedauer: ca. 2min 49sec
Ortsschild

Oldenburg in Oldenburg oder Oldbg - irgendwie ist alles richtig. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Oldenburg Die Stadt Oldenburg hat ein gewichtiges Problem gelöst. Endlich heißt sie so, wie sie heißen möchte. Nämlich Oldenburg (Oldb). Das ist unaussprechlich gut.

Bisher hieß es immer im Zug: „Der nächste Halt ist Oldenburg in Oldenburg.“ Ostfriesen haben Humor, könnte man denken: Oldenburg in Oldenburg ist ungefähr so sinnvoll, wie wenn es heißen würde: „Der nächste Halt ist Norden in Norden.“ „...im Norden“, das wäre ok, würde aber voraussetzen, dass es auch im Süden ein Norden gibt. Oder im Osten. Gibt es aber nicht. Alternative: „Norden im Nrdrlnd“, nach Oldenburgischem Vorbild. Das ist unsagbar schön.

Ja, es ist etwas verwirrend. Die Stadt Oldenburg legt Wert auf ihre Abkürzung, die sie aber praktisch nie ausspricht. Der Gesetzgeber in Hannover dagegen benutzt nicht die schriftliche Abkürzung, sondern die Langform.

Aber wen stört das nun?

Die Möchtegern-Hauptstadt

Nun also Oldenburg in Oldbg. Diese Stadt hat wirklich Sorgen. Aber was will man erwarten, von einer mittelgroßen Siedlung, die sich für die Hauptstadt Ostfrieslands hält und jährlich Grünkohlkönige krönt, was von der Wertigkeit ganz nah dran ist an einem Dschungelkönig. Und: Jedermann weiß, dass die Hauptstadt Ostfrieslands Emden (Emd) ist.

Aber jetzt mal im Ernst: Was steckt hinter der Namens-Appendizitis? Streng genommen wurde der Name schon jahrzehntelang „falsch“ geschrieben. Die Stadt Oldenburg selbst schreibt sich seit langer Zeit Oldenburg (Oldb), obwohl der Name im niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz ausgeschrieben „Oldenburg in Oldenburg“ steht. Das Innenministerium entdeckte den Fehler und forderte von Oldenburg eine Anpassung der Schreibweise - doch das hätte enormen Aufwand und Kosten in Millionenhöhe bedeutet. Zig Straßenschilder austauschen, zig Adressen ändern. Der Hannoversche Gesetzgeber hätte Recht behalten, Oldbg hätte das Nachsehen gehabt.

Aber die Oldenburger waren penetrant. Sie fielen den Landesherren so lange auf die Nerven, bis diese schließlich einlenkten und das Kommunalgesetz änderten. „Ich freue mich, dass wir gemeinsam eine pragmatische und schlanke Lösung gefunden haben, die uns vor einem aufwendigen Verwaltungsakt bewahrt“, teilte Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) mit.

Unterschiedliche Schreibweisen nach Fehler

Die unterschiedlichen Schreibweisen gibt es der Stadt zufolge seit rund 50 Jahren. Vermutlich gehen sie auf einen Übertragungsfehler während der Gebietsreformen in den 1970er Jahren zurück, hieß es. Bereits Jahrzehnte davor hatte die Stadt demnach die Bezeichnung Oldenburg (Oldb) verwendet. Bei der Übermittlung nach Hannover war Oldbg aber offenbar versehentlich ausgeschrieben worden. Und so kam es dann ins Gesetz.

Schon 1939 war Oldbg aktenkundig

Sie ist zum Beispiel in einem Originalbriefkopf aus dem Jahr 1939, in Protokollen der Finanzbeiräte aus dem Jahr 1941 sowie einem Dokument der Militärregierung von 1945 zu finden. Seit dem Jahr 1946 steht die Schreibweise Oldenburg (Oldb) in der Hauptsatzung der Stadt.

Aber warum kann den Oldenburg nicht für sich alleine stehen? Weil es ein zweites Oldenburg gibt, und zwar in Schleswig-Holstein. Und deswegen muss es also eine unterschiedliche Benennung geben. Nicht, dass Bahn-Fahrgäste, die gerade Bad Zwischenahn verlassen haben, sich per Zeit-Raum-Sprung in Schleswig-Holstein wiederfinden.

Aber dann seien wir doch bitte genau

Emden gibt es am Dollart und auch nochmal in Sachsen-Anhalt. Dann wünschen wir uns künftig bitte Emden (Dllrt) oder Emden (Emd). Oder vielleicht auch Emden (Matjes).

Auch Campen ist nicht wirklich eindeutig. Na, wer hat‘s erraten: Es gibt natürlich auch Kampen auf Sylt, und das ist natürlich eine ganz andere Nummer als das schnuckelige Campen. Also bitteschön künftig: Campen (Ofrslnd). Oder: Campen (Lchttrm). Aurich dagegen ist einmalig. Aber da es ja inzwischen sehr sexy ist, noch eine Erweiterung zu haben, schlagen wir vor: Aurich (Schaurich).

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