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22. Februar 2024, 07:00 Uhr

„Ran an die Bahn“ wäre auch mit einer Straßenbahn zufrieden

Schon lange setzt sich der private Verein dafür ein, auf der Strecke zwischen Aurich und Abelitz wieder Personenzüge fahren zu lassen. Die Reaktivierung wird gerade offizielle geprüft. Doch einige gute Argumente würden noch ignoriert.

Lesedauer: ca. 2min 08sec
„Ran an die Bahn“ wäre auch mit einer Straßenbahn zufrieden

Von Werner Jürgens
Aurich
Der Verein „Aurich – ran an die Bahn“ zeigt sich nach wie vor fest entschlossen, die Bahnstrecke Aurich-Abelitz zu reaktivieren. Ob und wie das realisierbar ist, wird derzeit ohnehin offiziell geprüft. Jedoch finden nach Ansicht des Vereins einige wichtige Eckpunkte, durch die sich die Chancen auf ein in ihrem Sinne positives Ergebnis noch deutlich verbessern würden, im zuständigen Lenkungskreis bisher zu wenig oder überhaupt gar keine Berücksichtigung. „Bei den Planungen zum Klinikneubau in Georgsheil spielt eine Bahnanbindung beispielsweise bisher keine Rolle“, monierte der zweite Vorsitzende des Vereins, Thomas Gehrke, gestern in einem Pressegespräch. Darin informierte er über ein Treffen seines Vorstandes mit Vertretern des niedersächsischen Wirtschaftsministeriums und der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG).

Der Verein ist sehr zuversichtlich

Auch was den Tourismus- und Schülerverkehr sowie einige weitere Haltepunkte betrifft, waren die Daten, mit denen die Machbarkeit der Reaktivierung geprüft wird, nach Auffassung des Vereins nicht auf dem aktuellsten Stand. Das alles konnte bei dem Treffen mit den Vertretern des Wirtschaftsministeriums und der LNVG laut Gehrke geklärt werden. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun in eine technische Detailstudie einfließen. Deren Ausgang sieht der Verein mit großer Zuversicht entgegen.

Eine Straßenbahn wäre einfacher zu realisieren

Der Abschnitt zwischen Aurich-Abelitz gehört zu 15 von ursprünglich 54 gemeldeten Strecken, deren Reaktivierung momentan in Niedersachsen geprüft wird. Vorgesehen ist inzwischen nicht mehr eine Vollbahn, sondern ein sogenannter Mischbetrieb. Vereinfacht ausgedrückt, übernimmt dabei die „reguläre“ Eisenbahn den Güterverkehr, während die Personenbeförderung durch eine Straßenbahn erfolgt. Letzteres bringt viele Vorteile. Bei einer Straßenbahn sind zum Beispiel die Sicherungs- und Lärmschutzmaßnahmen auch und gerade finanziell gesehen weitaus weniger aufwendig als bei der Eisenbahn.

So könnte man Zeit und Geld sparen

Das Mischbetriebs-Konzept würde nicht bloß Geld, sondern im Hinblick auf dem gesamten ÖPNV zwischen Emden, Aurich und Norden genauso Zeit sparen. Das besagen jedenfalls Berechnungen des Fahrgastverbandes „Pro Bahn“, die Gehrke vorlegte. Demnach wäre man mit Einbindung der Straßenbahn von Aurich nach Emden oder Norden zehn Minuten schneller. Außerdem könnten Straßenbahnwagen im Vergleich zu Bussen binnen einer Stunde mehr als die dreifache Menge an Personen befördern. „Das würde den Verkehr auf den Straßen natürlich erheblich entlasten.“

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