„Trittstrom“: Supermarkt-Kunden sollen E-Autos mit Muskelkraft laden
In Großheide startet ein kurioses Energieprojekt: Ein niederländisches Start-up testet, ob Kunden beim Einkaufen Strom für Elektroautos erzeugen können – einfach durch kräftiges Strampeln!
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Großheide Die Energiewende bringt allerlei kuriose, aber auch spannende Ideen hervor. Eine davon wird in Großheide erprobt. Das niederländische Start-up-Unternehmen Ham.Star will zeigen, dass man mit reiner Muskelkraft tatsächlich Strom für Elektroautos erzeugen kann. Doch taugt das Konzept wirklich für den Alltag oder ist es eher eine sportliche Spielerei? Mit dem Edeka-Center Pfaff hat das Unternehmen einen Partner gefunden, der das Experiment wagen möchte.
Muskelkraft wird Trittstrom
Ham.Star ist in den Niederlanden längst kein unbeschriebenes Blatt mehr, wenn es um innovative Energieprojekte geht. Nun testet das Unternehmen in Großheide, wie viel Strom sich durch Fitnessbikes mit Generator erzeugen lässt. Die Idee: Während sportlich Begeisterte in die Pedale treten, wird die gewonnene Energie gespeichert und kann zum Laden eines Elektroautos genutzt werden. „Die Leistung können wir dabei natürlich nicht genau festlegen“, teilt Ham.Star in einer Pressemitteilung mit. Denn jeder Nutzer tritt unterschiedlich stark in die Pedale. „Zudem wollen wir nach den ersten Testläufen mit ‚Trittstrom‘ testen, mehrere Räder an die Ladesäulen anzuschließen“.
Ein handelsübliches Fitnessbike mit Generator schafft zwischen 50 und 300 Watt. Ein durchschnittlich fitter Mensch kann über eine längere Zeit etwa 100 Watt erzeugen. Klingt erst mal nach einer ordentlichen Leistung, doch im Vergleich zur Energie, die ein Elektroauto benötigt, ist das eher ein Tropfen auf den heißen Stein.
Eine kleine Rechnung
Nehmen wir einmal an, ein motivierter Ostfriese strampelt eine Stunde mit 100 Watt, was einem gemütlichen Ausflug entspricht:
Das ergibt 0,1 Kilowattstunden Strom.
Ein E-Auto verbraucht durchschnittlich 15 Kilowattstunden auf 100 Kilometer.
Ergebnis: Für eine Reichweite von 100 Kilometern müsste jemand rund 150 Stunden kräftig in die Pedale treten.
Dass das zu Lange dauert, dessen sind sich die Experten bei Ham.Star bewusst. Daher wird es bei der Kooperation die Option geben, mit einem Elektromotor zusätzliche Leistung abzurufen: „Wie bei einem Pedelec“, so Ham.Star. Die zusätzliche benötigte Energie kann dabei an der Ladesäule gebucht werden und wird dann, statt ins Auto, in das Fitnessbike umgeleitet.
Fit und umweltfreundlich
„Es freut mich besonders, dass wir auf diese Weise ein Fitnessangebot mit in das E-Center integrieren können“, sagt Geschäftsführer Franz Pfaff über das Projekt. Denn Bewegung und Fitness sind ihm wichtig. Wenn das Ganze dann auch noch mit einem umweltfreundlichen Projekt verbunden werden kann, umso besser.
Das umgebaute Fitnessbike wurde passend zur Ladesäule im „Edeka-Look“ hergerichtet. „Bei uns kann Muskelkraft zwar keine Berge, aber immerhin Autos versetzen“, so Pfaff. Sollte es auf das Projekt eine positive Resonanz geben, könnten mehrere Fitnessbikes installiert werden. Dann schafft man es, nach vier Stunden einkaufen, auch bis nach Hause.
Hinweis: Für alle, die es noch nicht gemerkt haben - bei dieser Meldung handelt es sich um einen Aprilscherz.