Zu viel Nitrat im Grundwasser der Ems
Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig setzt die Anrainer-Länder unter Zugzwang
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Die Überführungen neuer Kreuzfahrtschiffe locken regelmäßig viele Menschen an den Emsdeich. Das Grundwasser am Fluß ist stark mit Nitrat versetzt.Foto: Stefan Bergmann © Bergmann sb
Ostfriesland Die Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen müssen mehr gegen die Nitratbelastung des Grundwassers an der Ems tun. Das bisherige Maßnahmenprogramm der Länder sei unzureichend, entschied das Bundesverwaltungsgericht. Eine Umweltorganisation hatte für bessere Maßnahmen geklagt.
Die Bundesrichter in Leipzig bestätigten ein Urteil des niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts, das die Länder schon 2023 zur Überarbeitung ihres Maßnahmenprogramms verpflichtet hatte. Niedersachsen und NRW hatten gegen dieses Urteil Revision eingelegt, die nun zurückgewiesen wurde. Eine Detailfrage zum Verbesserungsgebot für die Gewässer legten die Bundesrichter zudem dem Europäischen Gerichtshof zur Beantwortung vor.
Im Flussgebiet der Ems werden die erlaubten Höchstwerte für Nitrat an vielen Grundwassermessstellen überschritten. Die Belastung wird auf eine intensive Düngung etwa mit Gülle in den vergangenen Jahrzehnten zurückgeführt. Das Umland der Ems ist stark geprägt durch intensive Tierhaltung und Ackernutzung.
Zu viel Nitrat ist gesundheitsschädlich. Damit entsteht langfristig auch für die Trinkwasserversorgung ein Problem. Es gilt ein Grenzwert von Nitrat im Grundwasser bei 50 Milligramm pro Liter. dpa