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9. Januar 2024, 06:00 Uhr

Großes Lob für Landwirte trotz massiver Blockaden

Ostfrieslandweiter Protest: Polizei zählt rund 2300 Traktoren und Lkw. Zugleich gab es viel Lob für die Organisatoren der Blockaden - denn die Polizei musste nicht ein einziges mal eingreifen.

Lesedauer: ca. 2min 05sec
Norder Tor

In Norden haben die Landwirte kurzzeitig die Kreuzung am Norder Tor blockiert. In ganz Ostfriesland ging es gestern ähnlich zu. © Rudolph Fröhling

Emden/Aurich/Norden Mit rund 2300 Fahrzeugen – so die Polizei – haben ostfriesische Landwirte und einige andere Unternehmen gestern gegen die Politik der Regierungskoalition in Berlin protestiert. Dazu blockierten sie den ganz Tag lang zentrale Kreuzungen und Straßen mit Traktoren, Schleppern, Lkw und Autos. Gegen Mittag war der Autoverkehr in ganz Ostfriesland praktisch lahmgelegt.

Am Abend waren sich die beiden Polizeibehörden Emden/Leer und Aurich sowie der Kreis einig und lobten die Organisation: Es sei zu keinerlei Zwischenfällen gekommen, und das der angespannten Verkehrssituation zum Trotz.

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Die größte Protestaktion ging dabei in Aurich vonstatten. Mit rund 750 Fahrzeugen legten die Demonstranten die zentrale Pferdemarktkreuzung den gesamten Tag lang lahm. Statt Verkehr gab es Bratwürstchen, Musik und markige Plakate. „Die Ampel muss weg!“ – auf diesen Tenor konnten sich zum Schluss alle einigen.

Landrat Olaf Meinen dankte den Organisatoren wie den betroffenen Autofahrern. Sie alle hätten Verantwortungsbewusstsein, Rücksicht und Flexibilität gezeigt.

Die meisten Landwirte waren mitten in der Nacht aufgestanden und dann mit ihren Traktoren quer durch Ostfriesland gefahren. Bereits um 6 Uhr waren der VW-Kreisel und die große Niedersachsenkreuzung in Emden gesperrt. Danach ging es Schlag auf Schlag: Der Harsweg in Emden war blockiert, Georgsheil, die Straßen zum Rathaus in Südbrookmerland, das Norder Tor in Norden, eine Kreuzung in Nadörst und auch Städte wie Wiesmoor oder Leer. Die Autofahrer standen zum Teil stundenlang im Stau. Beschwerden gab es kaum; die Polizei beobachtete die Lage, muss aber nie aktiv eingreifen.

Am Nachmittag ging eine zentrale Kundgebung im Emder Stadtgarten mit sehr gemäßigten Tönen über die Bühne. Zwei AfD-Abgeordnete waren zuvor wieder ausgeladen worden.

Apotheker Oliver Hirsch berichtete über die Belastungen im Gesundheitssystem, der Landwirt Peter Habener nahm die Zuhörer mit auf die Reise durch das Dickicht der EU-Subventionen, die „der Landwirtschaft eher schaden als nützen“, ein Vertreter des Gastgewerbes kritisierte die bereits erfolgte Mehrwertsteueranhebung, der Spediteur Walter Dettmann berichtete, wie schwer für ihn die jüngst erhöhe Lkw-Maut zu erwirtschaften sei.

Weitere Proteste sind laut Landkreis Aurich für diese Woche nicht angemeldet.

Thema – Seiten 6 und 7

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