Unfälle am Kreisel „Am Markt“: Stadt plant Verkehrsversuch zur Verbesserung der Sicherheit
Der Umgang mit Radverkehr in Norden sorgt für Diskussionen: Ein Kreisel bedarf dringend einer Neugestaltung, um vermehrte Unfälle einzudämmen. Was plant die Stadt, um die Verkehrssicherheit am Teemuseum zu erhöhen?
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Die Verkehrsführung für Radfahrer könnte am Kreisel am Teemuseum geändert werden. © Meret Edzards-Tschinke
Norden Der Kreisel „Am Markt“ beim Teemuseum in Norden steht am 2. Dezember auf der Tagesordnung des Ausschusses für Feuerwehr, Ordnung und Sicherheit. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie die Verkehrsführung für Radfahrer verbessert werden kann.
Hartmut Detmers, Sachgebietsleiter Verkehr der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund und beratendes Mitglied der Verkehrskommission äußert Kritik: Man sei „mit dem Kreisel nicht zufrieden“. Problematisch ist vor allem die Führung des Radverkehrs. Inzwischen werde bei der Planung von Kreisverkehren vermehrt darauf geachtet, dass Radfahrer zwar weiterhin die Fahrbahn nutzen können, zuvor aber abgebremst werden. Zudem müssten Autofahrer beim Verlassen des Kreisels die Radfahrer gut im Blick haben – beim Teemuseum bedeute das jedoch häufig einen Blick über die Schulter nach hinten. In anders geplanten Anlagen ragen die Radwege weiter in die Fahrbahn, sodass ein normaler Seitenblick nach rechts genügt.
Die Sitzungsvorlage bestätigt, dass die Verkehrsführung rund um die Kreisel „Am Markt“ und „Am Hafen“ seit Jahrzehnten eine Besonderheit beinhaltet: Radfahrer dürfen den Radweg im Kreisel in beide Richtungen nutzen – also auch mit dem Uhrzeigersinn. Diese Ausnahme wurde eingeführt, weil viele Radfahrer in Richtung Marktplatz und Ulrichsgymnasium linksseitig unterwegs sind und andernfalls dreimal die Einmündungen überqueren müssten.
Inzwischen jedoch häufen sich die Unfälle. Die Verkehrskommission hat einen gesetzlichen Prüfauftrag erhalten, da in den letzten drei Jahren überdurchschnittlich viele Radfahrer beteiligt waren. Die Stadt bestätigt, dass nicht alle Unfälle eindeutig mit der Zweirichtungsregel zusammenhängen. Die Verwaltung schlägt nun vor, ab Frühjahr 2026 einen zwölfmonatigen Verkehrsversuch zu starten. In dieser Testphase sollen Radfahrende die Radwege im Kreisel ausschließlich entgegen dem Uhrzeigersinn befahren dürfen – so wie es bei den meisten Kreisverkehren üblich ist. Die Umsetzung würde rund 7500 Euro kosten. Auch Informationsmaterial für Schulen und eine kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit sind geplant. Alternativen wie Ampeln oder ein größerer Kreisel werden nicht weiterverfolgt. Platzprobleme und die generelle Zielsetzung von Kreisverkehren – flüssige Verkehrsabwicklung statt komplexe Verkehrsführung – sprechen dagegen.

