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10. April 2024, 15:00 Uhr

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Was, wenn es ein echter Brand gewesen wäre?

Als 2019 die Kathedrale Notre Dame in Paris brannte, fiel ganz Frankreich in tiefe Trauer. Das angenommene Szenario in Norden war um eine Nummern kleiner. Doch ein Brand von Ludgeri wäre eine Katastrophe. Die Freiwillige Feuerwehr übte einen Rettungseinsatz am Dienstag.

Lesedauer: ca. 2min 54sec
Im Kriechgang ging es nach oben.

Im Kriechgang ging es nach oben. © Bruns ubr

Von Silvia Cornelius

Norden Bereits zur Zeit des dramatischen Brands in der Kirche Notre Dame 2019 hatten sich Thomas Weege und Norbert Krüger von der Freiwilligen Feuerwehr Norden über eine Brandübung in der rund 800 Jahre alten Ludgerikirche Norden nachgedacht. Diese Übung jetzt durchführen zu dürfen sei ein Privileg, wie der stellvertretende Stadtbrandmeister Weege erklärt. Den Kirchenvorstand um Pastor Martin Specht als Vorsitzender hatten bereits ähnliche Sorgen umtrieben.

Feuerwehrübung Norden

Ein Brand in der Ludgerikirche - das war das angenommene Szenario der großen Feuerwehrübung am Dienstag. Unsere Fotografin Ute Bruns war dabei, hier sind ihre Bilder!

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Übung Ludgerikirche
Übung Ludgerikirche

© Bruns ubr

Übung Ludgerikirche
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Übung Ludgerikirche
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Übung Ludgerikirche
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Übung Ludgerikirche
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Übung Ludgerikirche
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Übung Ludgerikirche
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Übung Ludgerikirche
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Übung Ludgerikirche
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Übung Ludgerikirche
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Übung Ludgerikirche
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Übung Ludgerikirche
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© Bruns ubr

Übung Ludgerikirche
Übung Ludgerikirche

© Bruns ubr

Specht zeigte sich glücklich und dankbar darüber, dass die Feuerwehr mit dem Vorschlag der Übung auf ihn zugekommen sei.

Ein Blitzschlag als Brandursache

Das regnerische Wetter am Dienstagabend machte das geplante Szenario ungewohnt realistisch. Die Ausgangslage war ein Unwetter mit Sturmböen über der Norder Innenstadt nebst Blitzeinschlag im Dachstuhl der Kirche. Ein Passant meldete zunächst eine defekte Dachrinne an der Rückseite von Ludgeri, sodass zunächst mit „Sturmschaden klein“ alarmiert wurde. Als die Feuerwehr jedoch zur Gefahrenvorbeugung am alten Friedhof eintraf, wurde eine Rauchentwicklung aus dem oberen Bereich des Gebäudes festgestellt. Aufgrund der neuen Gefahrensituation wurde von Einsatzleiter Uwe Bents umgeplant, zumal durch Pastor Specht bekannt war, dass zwei Personen noch oben im Gebäude waren.

Das Feuer hat seinen Auslöser im Turm

Insgesamt 100 mobilisierte Einsatzkräfte waren daraufhin schnell zur Stelle und sperrten den Bereich am Mittelmarkt sofort ab. Eine Vorhut musste die Hürde von 94 Treppenstufen, voll ausgerüstet

Wertvolle Kunstwerke wurden sicher verstaut.

Wertvolle Kunstwerke wurden sicher verstaut. © Bruns ubr

und mit Atemschutzmaske, bewältigen, um im dichten Rauch die Ursache festzustellen: einen Schwelbrand. Ein Router hatte durch den Blitzeinschlag Feuer gefangen und mehrere Glutnester verursacht. Die beiden vermissten Personen konnten durch die Wärmebildkamera ebenfalls lokalisiert werden.

Für die Einsatzkräfte standen jetzt mehrere Aufgaben auf dem Plan: Retter mussten die verletzten Personen evakuieren und zur Brandbekämpfung musste ein 75 Meter langer Schlauch durch das nur 70 Zentimeter schmale Treppenhaus zum Dachstuhl der Kirche gebracht werden. Da sich die Bergung des ersten Opfers, eine zirka 80 Kilogramm schwere Übungspuppe, über die 37 Meter hohe Wendeltreppe als schwierig erwiesen hatte, erfolgte die Rettung des zweiten Opfers durch eine Tür in 20 Metern Höhe, bei der die Drehleiterzum Einsatz kam.

Wertvolle Kunstwerke wurden geschützt

Das Kircheninventar wurde zeitgleich vom Einsatzteam sicher verpackt und in einem der zwölf Feuerwehr-Fahrzeuge verstaut. Um die großformatigen Bilder im Kirchenraum zu schützen, wurde mit einer Konstruktion aus Folie und Holzleisten improvisiert, insbesondere um durch die Decke sickerndes Löschwasser

Wertvolle Kunstwerke wurden sicher verstaut.

Wertvolle Kunstwerke wurden sicher verstaut. © Bruns ubr

abzuwehren. Ähnlich wäre im Ernstfall auch mit der wertvollen Arp-Schnitger-Orgel zu verfahren, bei der Löschwasser in die Orgel eindringen und hohe Schäden verursachen könnte.

Gegen 22 Uhr war die Übung beendet. Im Abschlussgespräch wurde festgehalten, dass das alte Holz sehr schnell Feuer fangen könnte. Zudem sei das Treppenhaus eng und erschwere die Bewegung und Personenrettung. Im echten Brandfall wäre ein normales aufrechtes Gehen kaum möglich. Es müsste sich kriechend fortbewegt werden. „Viele waren schon nach etwa der Hälfte der Höhe fertig und ich kann es verstehen“, bekräftigt Thomas Weege. „Im Fokus standen heute die Personenrettung, die Brandbekämpfung und die Rettung des Kulturgutes, welches unersetzbar ist“, so der stellvertretende Stadtbrandmeister. „Um die Orgel zu hören, kommen die Leute sogar aus China nach Norden, sie ist unersetzbar.“

„Das steht so in keinem Lehrbuch“

Positiv sei die Nähe des Hydranten und des Feuerlöschbrunnens zu bewerten. „Wir sind heute sehr zufrieden mit dem Einsatz, jeder hat seine Arbeit gemacht. Die Kameraden haben mitgedacht, improvisiert und Lösungen gefunden. Das sind Sachen, die in keinem Lehrbuch stehen“, so Weege. Auch Pastor Martin Specht zeigte sich zufrieden und dankte dem Einsatzteam im Namen der Gemeinde. Es sei gut, jetzt zusammen an Lösungen arbeiten zu können, wie man für den Ernstfall auch vonseiten der Kirche vorbereitend helfen könne.

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